H.F. Müllers multiregionale Blattmusik

Chromolithographie aus Leponts La Redowa

Autorin: Dr. Haiganuş PREDA-SCHIMEK

Finanzierung: Stadt Wien Kultur (Forschungsförderung)

Laufzeit: September 2021 — April 2022

Wie vielfältig das um 1850 in Wien edierte und von hier aus verbreitete Musikangebot für Haus und Salon war, wird am Beispiel des H. F. Müller Verlags (1843—1848) und seiner Nachfolger H.F. Müller’s Witwe (1848—1858) und Wessely & Büsing (1858) verbildlicht. Musikblätter, deren Titel, Texte oder kompositorische Stilmittel auf Regionalität und Ethnizität verweisen, werden erforscht.

Es wird der Frage nachgegangen, welche Musik regionsbezogene Titel trug und worauf sich die Titel bezogen. Der Umgang mit Melodien verschiedener Herkunft wird im Stil der Bearbeitung untersucht. Entstehungskontext und topografische Ausdehnung der Musikausgaben werden berücksichtigt.

Hiermit wird ein heute wenig bekanntes Repertoire wiederentdeckt und aufgewertet. Schließlich wird die Aufnahme regionaler Charakteristiken in die frühe Salonmusik als kulturelle Translation1 begriffen und die Übertragung von Melodien von einem Idiom zum anderen als Übersetzung von Andersartigkeit in eine allgemein verständliche Sprache angesehen.

Publikationen

Region-related Music from H.F. Müller’s Publishing House, Beitrag zu: »Musical Networking in the ‘Long Nineteenth Century’«, 15th International Musicological and Interdisciplinary Conference of the Croatian Musicological Society, Croatian Academy of Sciences and Arts, Zagreb, Croatia, 2—5. Juni 2021.

H.F. Müller’s Cross-Regional Range: an Account of Music Printed in Vienna (1843—1858), in: Vjera Katalinić (ed.), “Musical Networking in the ‘Long Nineteenth Century’”, Zagreb: Croatian Academy of Sciences and Arts, Croatian Musicological Society (forthcoming).