Die Walachei war bis 1859 ein Fürstentum, heute ist sie die südliche Region Rumäniens. Dort wirkte ab Anfang der 1830er Jahre der Theaterkapellmeister Wachmann, der bald nach seiner Niederlassung in Bukarest „Volksmusik“ aufzuzeichnen begann: Dorfmusik (vorwiegend aus Oltenien, der westlichen Wallachei), urbane Folklore, Romanzen, Revolutionslieder und sonstige populär gewordene Musik. Die schönsten Melodien wandelte er in miniaturhafte, bezaubernde Kompositionen im Stil der frühen Salonmusik um.
Diese Stücke wurden in adelig-bürgerlichen Kreisen vorgetragen und prominenten Frauen zugeeignet. Das erste Heft („Roumania“, 1846) dedizierte er der Landesfürstin Maria Bibescu (Regierungszeit: 1845—1848). Ihr widmete auch Johann Strauß-Sohn die 1848 im gleichen Verlagshaus erschienene Marien-Quadrille op. 51. Dieses Stück, wie auch die Annika-Quadrille op. 53, enthält zahlreiche Melodien aus Wachmanns Heften. Die Quadrillen von Strauß sollen ebenso aufgenommen werden und das Programm mit Anklängen an die Wiener Salon- und Tanzmusik abrunden.
Die zwischen Volks- und Kunstmusik vermittelnde Sammlung soll in voller Länge eingespielt werden (erste Gesamtaufnahme). Als Interpretin konnte die einfühlsame, charismatische, an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien studierte und in Siebenbürgen geborene Pianistin Adriana Paler gewonnen werden. Das Projekt gewann eine Produktionsförderung bei der 47. Ausschreibung des Österreichischen Musikfonds (21. September 2021).